Überlegungen vor der Anschaffung
Einen Hund zu halten heißt Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Ein Lebewesen das Aufmerksamkeit, Pflege und Zeit benötigt. Das sollte Ihnen vor der Anschaffung eines Hundes bewußt sein. Wer sich einen Hund anschafft, darf nicht glauben, dass er sich eine Art Teddybär zulegt, der vorne frißt und hinten wedelt und ansonsten recht pflegeleicht und anspruchslos ist. Jeder, der sich einen Hund hält, muss sich vorher darüber im klaren sein, dass er Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, das ganz und gar von ihm abhängig ist.
Im Vorfeld gibt es daher einige Fragen, die man sich stellen sollte:
Sollten Sie auch nur eine Frage mit nein beantworten, sollten Sie, so hart dies auch klingen mag, im Interesse des Hundes besser auf eine Anschaffung verzichten. Hundehaltung bedeutet immer auch einen großen Zeitaufwand, egal, wie alt der Hund ist. Gerade der Zeitfaktor wird bei der Hundeanschaffung oft unterschätzt. Welpen und junge Hunde brauchen mehr Zeit als ältere, ruhigere Tiere.
Grundsätzlich kann ein Hund maximal fünf Stunden allein gelassen werden. Allerdings gilt die nicht für Welpen oder Tiere, die sich in der Eingewöhnungsphase befinden, d.h. erst seit kurzer Zeit bei ihren Besitzern sind. Eine Berufstätigkeit, die mehr als diesen Zeitraum umfasst, schließt eine verantwortungsbewusste Hundehaltung aus, wenn sich kein anderes erwachsenes Familienmitglied in dieser Zeit um den Hund kümmern kann. Alles andere wäre reiner Egoismus, denn dem Hund wird man damit nicht gerecht.
Ein Hund braucht ausreichend Bewegung an frischer Luft, das bedeutet lange Spaziergänge bei jedem Wetter und das mindestens dreimal am Tag. Insgesamt sollten Sie Spaziergangszeiten von zwei Stunden gewährleisten können, von denen zwei jeweils eine halbe Stunde, einer jedoch eine ganze Stunde dauern sollte. Welpen jedoch dürfen vor dem Alter von fünf Monaten maximal zwanzig Minuten am Stück ausgeführt werden. Welpen unter 12 Wochen maximal zehn Minuten, das allerdings mehrmals täglich. Dies gilt für alle Welpen und Junghunde, unabhängig davon, ob es Mischlinge oder Rassehunde sind, denn der Knochen- und Gelenkaufbau ist noch nicht abgeschlossen und kann sehr leicht gestört werden.
Halten Sie sich vor Augen, dass ein Hund bis zu 18 Jahre alt werden kann, manche sogar noch älter. Sind Sie in der Lage über so einen langen Zeitraum ein guter Hundehalter zu sein ? Wenn ja, dann haben Sie über lange Zeit einen treuen Freund an Ihrer Seite.
Aufgepasst beim Hundekauf !
Massenzüchter und Hundehändler, man kann sie jedoch erkennen !!!!
Der Anblick eines süßen Hundewelpen lässt bei den meisten Menschen alle eventuelle Bedenken fallen, vor allem bei Familien mit kleineren Kindern. Darauf bauen die professionellen Massenzüchter und Hundehändler.
Gewerbliche Massenzüchter verfahren nach einer einfachen Devise:
Gerade diese, am Hund nur kommerziell interessierten Vermehrer, werben in Zeitschriften und besonders massiv im Internet. Durch blumige Beschreibungen auf den Internetseiten bemüht man sich, das Bild vom verantwortungsvollen Züchter zu vermitteln. Hat der potentielle Kunde den Zuchtbetrieb erst einmal betreten, ist die grösste Hürde genommen. Ein Blick aus treuen Hundeaugen, ein wenig Kuscheln mit den Welpen und das Geschäft ist so gut wie sicher.
Zu finden sind solche Zeitgenossen überall. Manche züchten nur eine Rasse, halten dann aber gleich 30 oder mehr Zuchthündinnen, andere haben sich auf die jeweils gängigen Moderassen spezialisiert und der Interessent kann in den Zuchtanlagen ganzjährig aus Dutzenden von Welpen auswählen. (Man sollte vorab im Internet recherchieren, ob der "Züchter" noch andere Hunderassen anbietet, so erkannt man dies z.B. an der Telefonnummer).
Wenn Sie sich einen Welpen anschauen fahren, bereiten Sie sich und Ihre Kinder auf den Besuch vor. Schreiben Sie sich alle Fragen auf, die Sie haben und lassen Sie sich in jedem Fall die Mutter der Welpen zeigen. Achten Sie dabei auf das Fell, die Augen und darauf, wie sich die Hündin gegenüber ihren Welpen verhält. Sollten Sie jedoch an einen unseriösen "Züchter" geraten, kaufen sie dort keinen Hund, wie schwer es auch sein mag, denn der nächste Wurf der Hündin ist schon geplant und sie wird von Wurf zu Wurf schwächer.
Hundewelpe - woran Sie einen gesunden Welpen erkennen!
Es gibt etliche Merkmale, an denen Sie einen gesunden Hundewelpen erkennen können :
Rüde oder Hündin?
Nicht nur die Größe, die Rasse oder die Fellänge ist eine der vielen Entscheidungen, die man treffen muss, wenn man sich einen Hund anschaffen möchte. Auch die Wahl des Geschlechts sollte gründlich überlegt werden.
Der Volksmund sagt, dass Hündinnen leichter zu handhaben sind als Rüden. Sie seien anhänglicher, gelehriger, wollen selten ihren Kopf durchsetzen. Ich kenne allerdings eine Vielzahl äußerst dominanter Hündinnen, die keinem Streit aus dem Wege gehen und Rüden, die sich kleinlaut und friedfertig verhalten. Deswegen halte ich nichts davon, zu pauschalisieren.
Es ist leider nicht möglich, grundlegende charakterliche Unterschiede aufzulisten, die hundertprozentig geschlechtsbezogen wären. Viele Eigenschaften sind bei Rüden und Hündinnen verschieden stark ausgeprägt, obwohl man dies auch nicht wieder auf die ganze Bandbreite der Hunderassen auslegen kann.
Im Allgemeinen gelten Rüden in ihrem Auftreten bestimmter und selbstbewusster. Sie versuchen stärker ihren Rang im Familienrudel zu bestimmen. Hündinnen hingegen haben den Ruf, dass sie sanfter, familienbezogener und anhänglicher sind. Allerdings werden diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den einzelnen Rassen verwischt. So kann ein Golden Retriever-Rüde umgänglicher sein als eine Spitz-Hündin.
Im Verhalten zu anderen Hunden kommt es bei Rüden öfters zu Rauferein, die allerdings meistens glimpflich ausgehen. Kommt es bei den weiblichen Vertretern zu Meinungsverschiedenheiten, sieht die Situation schon anders aus und kann oftmals böse enden. Obwohl man auch hier nicht pauschalisieren kann, meistens sind die Halter selbst es, die eine normale Rauferei durch ihr Eingreifen noch dramatischer enden lassen.
Manche Rüden haben einen sehr ausgeprägten Geschlechtstrieb, sie markieren durch häufiges Beinheben ihr Territorium und gehen auch gerne streunen, besonders dann, wenn läufige Hündinnen in der Nähe sind. Ein Rüde, der eine läufige Hundedame riecht, will seinen Trieb befriedigen. Er wird unruhig, wimmert, heult, läuft weg und verweigert manchmal sogar die Nahrung.
Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig! In dieser Zeit üben sie einen unwiderstehlichen Reiz auf alle nicht kastrierten Rüden in der Umgebung aus. Die Läufigkeit dauert zwei bis drei Wochen, dabei wird die Hündin unruhig und aus der Scheide tritt blutiger Ausfluss aus. In der Vorbrunft, die etwa zehn Tage dauert, wehrt sie noch alle Rüden ab. Das ändert sich jedoch, wenn die Hochbrunft beginnt, die einen Blutungsnachlass mit sich bringt und die Paarungsbereitschaft einläutet. Nähert sich von nun an ein Rüde in eindeutiger Situation, lässt sie sich beschnuppern und legt die Rute zur Seite.
Ich persönlich hatte schon beiderlei Geschlechter als Familienhunde, aber geplant war dies nie. Meine Hunde kamen entweder per Zufall oder als "Bauchgefühl" zu uns. Mit den Rüden waren die Spaziergänge manches Mal kein Zuckerschlecken, sei es nun durch Rüdenbegegnungen oder läufige Hündinnen. Mit Lilli sind wir sehr zufrieden, allerdings ist sie eine sehr anhängliche Sorte Hündin und hat einen sehr starken Schutzinstinkt, wenn es um unsere Kinder geht.
Fazit :
Bezüglich des Geschlechtes gibt es meines Erachtens weder eine richtige noch falsche Wahl. Man muss halt mit den Konsequenzen des jeweiligen Geschlechtes klarkommen. Wenn Sie Ihren Hund von Anfang an mit liebevoller Konsequenz erziehen, sollte die Wahl ob Rüde oder Hündin keine Bedeutung für das Zusammenleben mit Ihrem Hund haben.